In knapp einer Woche habe ich versucht, einen ersten Eindruck von Afghanistan und Kabul zu bekommen. Die Chance hat sich ergeben, weil ich zur Berichterstattung über die Afghanistan Konferenz in Den Haag als Cutter nach Kabul gereist war. Zugegeben: viel gesehen habe ich nicht, da wir natürlich versucht haben, unnötiges Risiko zu vermeiden Trotzdem: für einen ersten Eindruck hat es sicher gereicht und der heißt in erster Linie: staubig.
Doch jetzt erst einmal der Reihe nach: Allein die Anreise war schon schwierig genug: von Istanbul nach Dubai, wo wir
wegen technischem Defekts über 10 Stunden auf den Anschlussflug warten mussten. Danach 3 Sicherheitschecks am Kabul International Airport, der zwar idyllisch in den Bergen des Hindukusch gelegen seinem Namen nicht unbedingt große Ehre macht. Dann nach ständigem auf das Gepäck aufpassen müssen, ging es über holprige Straßen und durch chaotischen Verkehr (hier ist sogar Istanbul ziemlich harmlos dagegen) ins Hotel. Eine
der wenigen Teerstraßen der Stadt im Übrigen.
Das Hotel war in Ordnung, wenn auch nicht unbedingt super modern oder super sauber (würde ja sonst wohl auch nicht zu Kabul passen) und die Ernährung
mit "Hot and sour soup" und "Chips" etwas einseitig aber durchaus schmackhaft. Ausserhalb des Hotels gab es an jedem Hauseingang schwer bewaffnete Security und Sicherheitsschleusen zu den gehobeneren Restorants. Auch wenn ich es sicher ein paar Wochen nicht mehr sehen kann meine Empfehlung aus der afghanischen Küche: Kabuli Pilaw - süßer Reis mit Rosinen und Mohrrüben auf Lammfleisch. Vielleicht werde ich in den nächsten Wochen zu Hause mal daran versuchen.
Sonst ist Kabul zwar wirklich traumhaft gelegen, aber dreckig, chaotisch, bis auf ein paar hochgesicherte Villen ziemlich arm und vor Allem aber staubig...
Nach knapp einer Woche sind wir gerade wieder auf dem Rückweg nach Istanbul (nachdem wir in Kabul 6 mal händisch durchsucht wurden - das einzige Röntgengerät dort trägt übrigens den Aufkleber "gestiftet von der BRD") und ich freue mich auf ein sauberes Bett und eine Dusche, in der nicht die Vögel ihr Nest gebaut haben, aber auch darauf, hoffentlich bald auf einer Reise mehr über dieses sehr interessante, weil komplett anders - vielleicht auch "ursprünglichere" Land zu erfahren.

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